KUHN UND KURTH: ELBAUSBAU SOFORT STOPPEN!
Zum aktuellen Hochwasser in Sachsen, Thüringen und Bayern und seinen katastrophalen Auswirkungen erklären Fritz Kuhn, Vorsitzender von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, und Undine Kurth, Mitglied des Bundesvorstandes:
Nach über einhundert Jahren unbekümmerten Energieverbrauchs, immer weiter
voranschreitenden Ausbaus der Fließgewässer und zunehmender
Flächenversiegelung werden die Folgen immer häufiger sichtbar und immer
dramatischer: Die extremer werdenden Niederschläge können durch die
eingeengten und begradigten Flüsse nicht mehr aufgenommen werden.
Grüne Politik steht dagegen für nachhaltiges Wirtschaften. Die Einführung
der Ökosteuer zur schrittweisen Verteuerung des Energieverbrauchs und die
Wende hin zu sparsamen Energieeinsatz und zu erneuerbaren Energien erweist
sich als richtig und muss fortgeführt werden. Ein weitergehender Ausbau
von Flüssen, wie z.B. an Elbe und Saale muss umgehend gestoppt werden. Die
Erfahrung nicht zuletzt des aktuellen Hochwassers lehrt, dass Flüsse nicht
weiter eingengt und vertieft werden dürfen. Sie brauchen einen
angemessenen Raum, um auch extreme Wassermassen aufnehmen zu können.
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern daher erneut einen Sofortstopp der laufenden
Ausbauarbeiten an der Elbe. Der Ausbau erhöht die Fließgeschwindigkeit und
gefährdet die Auenwälder, die derart extreme Wassermassen binden können.
Erforderlich ist ein vorsorgender Hochwasserschutz durch Verbreiterung der
Flüsse und ihrer Auen, um die Gefahrenpotentiale zu entschärfen. BÜNDNIS
90/DIE GRÜNEN werden sich auch weiterhin für die Schaffung von
Hochwasserschutzräumen einsetzen, um Ökologie und Gefahrenabwehr
miteinander sinnvoll zu verknüpfen.
13. August 2002